Der Blog aus dem Wald

:) Ein WebLog aus einem Wald mit DSL-Anschluss :)

Winter im WaldIch höre immer wieder von Freunden und Besuchern meiner Homepage „oh – bei dir ist es aber schön. So idyllisch. Und die vielen Tiere…“.

Ja – das stimmt. Aber so ein Leben im Wald ist nicht nur romantisch. Es bedeutet auch viel Arbeit. Darum will ich hier mal schreiben, wie mein morgendlicher Ablauf im Winter aussieht.

Caffè Latte am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen :)Gegen 8.00 Uhr stehe ich auf. Ok – das ist für viele andere relativ spät. Aber ich arbeite ja auch zu Hause und muss somit nicht irgendwo hinfahren. Auf dem Weg zur Küche schalte ich als erstes den PC an, der dann so lange an bleibt, bis ich wieder schlafen gehen. In der Küche wird dann wahlweise die Petra (Padmaschine) oder neuerdings die Dolce Gusto eingeschaltet. Wenn mir nach Kaffee + Espresso ist – wie heute morgen – dann auch beide.

Zur Zeit bin ich ziemlich eingeschneitDann kurz in’s Bad… naja – das beschreibe ich nu nicht so ausführlich. Auf dem Rückweg ist Kaffeemaschine aufgeheizt – also ersten Kaffee durchlaufen lassen. Weiter zum PC und einloggen.

So – bis hierhin normal und vielleicht in vielen Haushalten so. Jeder andere könnte sich nun also wahlweise an den PC zum Arbeiten oder an den Tisch zum Frühstücken setzen. Ich nicht. Bei mir geht es so weiter:

Die Wachteln freuen sich über das warme WasserIn der Küche den Wasserkocher füllen und Wasser aufheizen. Während das aufheizt raspel ich mit der Küchenmaschine Möhren und Zwiebeln für die Hühner. Mische das ganze dann noch mit Quark, Haferflocken und getrockneten Kräutern. Damit raus in den Hühnerstall und dort das Trinkwasser mit dem heißen Wasser auftauen. Dann die Näpfe vom Vortag einsammeln und reinigen und frisches Wasser einfüllen. Körner für die Hühner ausstreuen und Gemüse/Flockenmischung verteilen.

Biene und Filou spielen im SchneeNun zu den Wachteln. Dort muss auch mehrmals am Tag das Trinkwasser aufgetaut werden. Kontrollieren, ob sie noch Futter haben – eventuell Futterspender auffüllen.

Drinnen warten schon hungrige Katzen und Hunde auf mich. Als erstes werden die Katzen im Bad mit Futter und frischem Wasser versorgt. Dann im Flur die Hunde genauso.

Die ersten Frühstückseier liegen auch schon bereitSo – jetzt könnte ich mich hinsetzen? Nein – es ist nämlich saukalt im Haus! Ich habe keine Heizung – ich heize nur mit Kaminofen. Also: Ofen auf, Aschebehälter raus nehmen und nach draußen bringen.

Die Asche sammel ich für die Hühner und Wachteln in einem großen Topf. Die ist perfekt für das Sandbad (nur, wenn sie aus reiner Holzasche besteht!). Im Winter habe ich zu viel davon – dafür fehlt sie dann im Sommer…

Die Hühner nehmen ein Sandbad im Asche-Sand-GemischÜber Nacht heize ich mit Rindenbriketts – die halten die Wärme sehr lange. Also ist nach dem „Freirütteln“ noch etwas Glut im Ofen. Nun schnappe ich mir meinen Korb und hole damit Holz von draußen. Damit es für den Tag reicht, muss ich mindestens 2mal laufen. Nun den Ofen in Gang bringen und endlich wird es warm. Wenn es kälter als -5° C Grad ist, dann heize ich auch den zweiten Ofen im Schlafzimmer noch auf.

So – das alles dauert dann eine knappe Stunde!

Dahli und Biene machen es sich am Ofen gemütlichUnd nun nehme ich meinen ersten Kaffee und setze mich bei Minusgraden damit auf die Terrasse – warm genug ist mir inzwischen. Außerdem liebe ich es morgens den ersten Kaffee draußen zu trinken – egal, wie kalt es ist.

Wenn ich dann wieder rein komme, ist es inzwischen einigermaßen warm. Das heißt bei mir: mein Arbeitsraum hat schon über 16° C. Die Hunde legen sich an den Ofen zum Aufwärmen – ich schmeiße einige Holzscheite nach und setze mich an den PC zum arbeiten.

Den Kaminofen nutze ich im Winter auch zum KochenEtwa eine Stunde später ist die Raumtemperatur auf ca. 19°C angestiegen und es wird langsam gemütlich. Natürlich ist das Heizen mit Holz und Briketts sehr mühselig und nicht so bequem, wie das Aufdrehen einer Heizung. Es hat aber viele andere Vorteile. Zum einen ist die Strahlungswärme von einem Ofen viel angenehmer. Und außerdem spare ich natürlich enorme Kosten. Holz habe ich genug und selbst mit den Rindenbriketts ist es immer noch günstiger als Heizöl der Gas. Und zusätzlich benutze ich den Ofen im Winter oft auch zum Kochen. Und Bratkartoffeln auf dem Kaminofen gebraten schmecken um vieles besser, als die auf dem Herd gebratenen. Keine Ahnung, warum das so ist. Liegt wohl an der gleichmäßigen Wärme.

2 Gedanken zu “Wintermorgen im Wald

  1. Hi, dein Leben erinnert mich an alte Zeiten! Habe 15 Jahre in einem kleinen Wald am Fluss gelebt ( das Wasser war zum Trinken nicht empfohlen…), ohne fließend Wasser (Regenwasser sammeln!) und die längste Zeit davon auch ohne Strom! ( Das war noch vor dem Computerzeitalter. Heute hätte man vielleicht Solarzellen und Laptop.) Tiere hatte ich damals nicht (außer einem Kater, den mal zeitweilig ein Lebenspartner mitgebracht hatte), aber es waren ja viele in der Natur um mich herum! Die Hütte hatte insgesamt nur etwa 20 qm ( ich hatte sie übrigens auch „Villa Kunterbunt genannt!) und wurde von einem Ofen mit Holz beheizt. In ganz kalten Wintern auch mal mit Kohle. Ich hatte immer einen großen alten Einkochropf mit Wasser auf dem Ofen, das wärmte mehr und lieferte bei Bedarf warmes Wasser zum Waschen, Spülen usw. Trinkwasser gabs im Sommer aus einer Pumpe bei Nachbarn, sonst aus der Regenwanne oder bei Frost von weiter her im Kanister! Da lernt man es schätzen! Als am Ende der Strom kam, gabs eine „Stromparty“, und alle Gäste brachten mir elektrische Geräte mit! Leider musste ich das Häuschen aus Platzgründen abgeben, als mich spät noch das Familienglück heimsuchte und ich mit meinem (inzwischen ex-) Mann zwei Töchter bekam. Den Vater meiner Kinder hatte ich in Kenia bei einem Praktikum ( im Wald ) kennengelernt. Das Leben bei seiner Familie, auch ohne Strom und Wasser war sehr schön, aber mit Kindern auf Dauer sehr hart, wenn man bessere Gesundheitsversorgung gewohnt ist…So leben wir nun (vorerst) wieder konventionell in einer Wohnung, aber am Stadtrand mit viel Landschaft drumrum und einem Grundstück in der Nähe, wo wir Hühner und ein Kaninchen halten. Auf der Suche nach Bio-Hühnerfutter war ich so zu Dir gelangt!Deine Hühner haben’s aber gut mit Frischgemüse und Quark! das bekommen unsere nur ab und zu… Den Körnermix hole ich bei Raiffeisen, will aber endlich mögliches Genfood ausschließen. Das mit der Mühle ist ein guter Tipp, den ich auch hier mal verfolgen werde.
    Weiterhin viel Freude in „Deinem“ Wald wünscht Dir
    Eva

  2. Hallo und frohes neues Jahr.

    Ich lese hier schon eine Weile mit und wollte doch auch mal einen Kommentar abgeben.

    Ich lebe mit meiner Familie im Taunus (Hessisches Mittelgebirge bei Frankfurt) und ich kann gut nachvollziehen, dass das mit den vielen Tieren usw. alles sehr idyllisch aussieht, aber gerade im Winter (derzeit bei uns morgens immer noch klirrend kalt)auch sehr ungemütlich und auch etwas nervig ist.

    Meine tägliche Tierrunden (Hühner, Kaninchen, Wachteln sind derzeit 4 Hennen im Wintergarten) besteht derzeit aus dem ständigen Austausch von gefrorenem Wasser und der Kot ist prima festgefroren. Das gibt ordentlich Arbeit, wenn das alles auf einmal auftaut und weg muss.

    Aber wir beide wollen das ja so und ich wünsche Ihnen/Dir noch viel Spass und Erfolg „im Wald“.

    herzliche Grüße

    Suzan Ratzke

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