Der Blog aus dem Wald

:) Ein WebLog aus einem Wald mit DSL-Anschluss :)

Derzeit ist es ja wieder einmal sehr trocken im Wald, weil es so lange nicht mehr geregnet hat. Da ist die Waldbrandgefahr sehr hoch. Und ich ärgere mich mal wieder über unseren Weg. Der wurde nämlich vor einigen Wochen von der Gemeinde „ausgebessert“. Vorher war es ein wundervoller Waldweg mit einer schönen Grasnarbe in der Mitte. Die war nicht nur nett anzusehen, sondern hat auch das Auswaschen durch den Regen verhindert. Harmonisch reihte sich Schlagloch an Schlagloch. Ich liebte diese Schlaglöcher, denn sie schützten die mindestens 7 rumlaufenden Katzen hier vor den bekloppten Paketboten und Handwerkern, die oft wie die Irren durch den Wald rasen, als wären sie auf der Flucht. So sah er vorher aus:

20130531_1571

Und so sieht es jetzt hier aus:

20130720_1900

20130531_1567 20130531_1560 20130531_1561

Anfangs sah es nur wie ein aufgeschütteter Weg aus. Doch der erste Regen brachte dann die Wahrheit ans Licht. Es wurde billigster Bauschutt verwendet! Und dieser ist voller Scherben, Plastikschrott und Metallteile! Alles Sachen, die in einem Wald nichts zu suchen haben. Je länger der Weg befahren wird, um so mehr Scherben stellen sich auf. Die sind nicht nur für die hier im Wald lebenden Tiere eine Gefahr – auch können sie einen Waldbrand verursachen.

20130720_1929

Ich bin so was von genervt!!! Besonders schlimm finde ich diese vielen kleinen Minischerben, die in der Sonne glitzern und sich Ruck zuck in die Füße oder Ballen graben. Barfuß gehen geht nicht mehr. Und um Bienchens Pfoten sorge ich mich auch. Welch ein Idiot schüttet denn Bauchschutt in den Wald??? Schaut euch mal die Fotos an, die ich heute morgen auf die Schnelle auf dem Weg gemacht habe:

9 Gedanken zu “Weg verschlimmbessert

  1. :wall: :doh:
    Das ist meiner Einschätzung nach noch nichtmal normaler Bauschutt. In dem kommen zwar hin und wieder Fremdkörper wie Glas oder Metallteile vor, aber nicht in diesen Mengen… Bauschutt, also Bauabfälle, werden oft recycelt und z.B. im Straßenbau verwendet, das ist ja auch sinnvoll. Allerdings mit vorhergehender Reinigung und Sortierung und Überprüfung auf Gefahrenstoffe etc.

    Ist das ne Gemeindestraße oder ne Privatstraße? Für Gemeindestraßen gibt es Richtlinien, welche Gemische für was verwendet werden dürfen und welche nicht, zu finden z.B. in den TL Gestein-StB, TL SoB-StB bzw. TP Gestein-StB. Wie hoch der Anteil an Fremdkörpern wie Glas oder Metall liegen darf hab ich leider grad nicht im Kopf, kann es aber in den nächsten Tagen gern mal in der Unibib rechercheiren falls es dir hilft. Für Frostschutzschichten liegt er bei maximal 2% des Gewichts, kann mir aber vorstellen, dass er bei Deckschichten für ungebundene Straßen höher liegt. Und so wie sich diese Schicht grad schon wieder in ihre Bestandteile zerlegt, ist das Gemisch nichtmal in seiner Zusammensetzung sinnvoll.

    Für Privatstraßen müsste man wohl versuchen übers Umweltamt was zu erwirken.

    1. Der Weg gehört der Gemeinde und die hat auch die „Ausbesserung“ beauftragt. Laut Protokoll der Ratssitzung war aber von Mineralgemisch die Rede. Soweit ich weiß ist das, was da liegt, kein reines Mineralgemisch. Ich bin mir nicht mal sicher, ob die Schuld hier nicht an der Straßenbaufirma liegt und die Gemeinde gar nix davon weiß. Also teuer bezahlt und billig bekommen hat… :???: (siehe: http://www.tosterglope.de/wp-content/uploads/2013/03/Protokoll_Rat_5.pdf Punkt 6.3)

      Ich kenne mich mit üblichen Belägen im Wegebau nicht aus. Aber mein normaler Verstand sagt mir, dass man Müll mit Scherben nicht in den Wald kippt.

      Inzwischen mache ich mir auch echt Sorgen darüber, ob der Schutt nicht vielleicht sogar Asbest enthält. Bei dem trockenen Wetter ziehen bei jedem Auto, das drüber fährt, große große Staubwolken über mein Grundstück. Wenn da Asbest mit drin ist… da will ich gar nicht dran denken :(

      Wenn du da was genaueres rausfinden kannst, dann wär das toll. Ich habe auch schon im Internet gesucht – bin aber nicht fündig geworden.

  2. So wie das aussieht hat da jemand billigen bauchschutt entsorgt! :motz: Hoffentlich ist da nicht auch noch Abest und anderes Giftzeug drin. Die verantwortlichen sollte man echt :maul:
    Echt nicht zu verstehen sowas! :wall:

  3. An die Gemeinde würde ich erstmal NICHT gehen, denn die sind ja vermutlich die Verursacher des Übels. Und da hackt bekanntlich eine Krähe der anderen kein Auge aus. Ich würd mich mal an den Jagdpächter wenden, das sind -meiner Erfahrung nach – oft gute Leute und entsprechen – auch meine Erfahrung – nur noch selten dem Klischee vom doooofen Jäger.

    Aber das Phänomen kenne ich hier vom Land auch. Umweltgedanken macht man sich nicht. Hier glotzen die Bauern meinen Mann ratlos an, wenn er eimerweise alte Farbreste auf die Deponie fährt. Kann man doch in den Wald kippen, „merkt doch keiner“. Merkt auch keiner, wenn man Altreifen, Plastikplanen oder verrosteten Stacheldraht da entsorgt. Tragisch, aber wahr: Das Umwelt- und Naturschutz-Gefühl müssen offenbar die zugezogenen Städter mit aufs Land bringen.

    1. Ja, da mache ich ganz ähnliche Erfahrungen. „Landleben“ so wie man es sich vorstellt ist zumindest bei uns in der Region kaum möglich. Der „Eingeborene“ an sich hat oft weniger Umweltverständnis als „aufgeklärte“ Städter. ;D

      Wer nutzt denn diese Wege im allgemeinen so? Auch Touristen auf Fahrrädern z.B.?
      Vielleicht ist, neben gesundheitlichen Schäden für Tier und Mensch, auch ein gutes Argument, daß sich Fahrzeuge dort die Reifen kaputt machen. Leider ziehen solche Argumente manchmal besser als die naturbezogenen. :doh:

  4. Schließe mich Rosemarie an – ich würde Alarm schlagen, aber sowas von!
    Da haben sich ein paar ganz schlaue gedacht, sie könnten billigst Müll im Wald verklappen und damit noch was vermeintlich „gutes“ tun! :irre:

    Würde auch alle möglichen zuständige und betroffene Personen und Verbände anrufen und aufrütteln. Den NABU, die Grünen, den Förster, Jagdpächter, usw. usw…
    Das muß beseitigt werden!
    Ach – wie wär’s denn mit der Presse?! Gibt’s nicht beim ZDF sowas wie den „Hammer der Woche“ für solchen Schwachfug? Ansonsten tut es sicher auch die Lokalpresse – aber auf jeden Fall würde ich was unternehmen, denn sonst macht das Schule wenn sich niemand öffentlich beschwert, und dann sehen bald alle Wege so aus! Wehret den Anfängen!

    Viel Erfolg!

  5. Hallo Heike, das ist eine übelste Schweinerei! Was für Trottel sitzen in der Gemeinde? Ich würde das Umweltamt und alle möglichen Naturschutzverbände einschalten und die Gemeinde schriftlich über die entstandenen Gefahren informieren!
    E-Schrb./Rückschein!!!
    Das darf gar nicht sein, daß derartiger Müll im Wald verklappt wird. Was sagt der Förster dazu???
    Die armen Tiere tun mir leid…!
    LG
    Rosemarie

  6. Wenn man sich die Zeit nimmt und die 39 Fotos aus der Diashow genau betrachtet, erkennt mann was da auf den Weg gekippt und „fachmännisch befestigt“ wurde.

    Diese Scherben, Splitter, Betonbröckchen, Ziegelsteinbruchstücke sowie Plastik- und Metallteile haben im Wald absolut nichts zu suchen. Die Fotoausbeute entstand nachdem mehrfach Scherben und Splitter abgesammelt wurden. Es arbeiten sich jedoch durch das drüberfahren immer neue an die Oberfläche. Der Schrott ist eine Gefahr für die Wildtiere, wovon es hier viele gibt (siehe Heikes Wildkamerafotos). Auch die Waldbrandgefahr steigt durch die Lupenwirkung der Glasteile.

    Ein Gruß in die Welt: entsorgt den Müll aus der Stadt ordnungsgemäß in der Stadt

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

nach oben

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu. Datenschutzerklärung