Der Blog aus dem Wald

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Nun habe ich es mir doch geholt – das UV-Harz. Bei dem normalen Kunstharz mischt man Harz + Härter im angegebenen Mischungsverhälnit (meistens 2:1), verrührt die beiden Komponenten ausgiebig und kann dann damit Formen gießen. Dann müssen die fertigen Teile 12-24 Stunden abgedeckt stehen bleiben, bis sie ausgehärtet sind und man die nächste Schicht auftragen kann. Manchmal reichen auch ein paar Stunden. Dann ist es halbwegs angehärtet, aber immer noch sehr flexibel und empfindlich. Damit kann es dann schon einmal ein paar Tage dauern, bis so ein Anhänger fertig ist. 

Ein Alternative dazu ist UV-Harz. Das härtet nicht von selber und man muss auch nix mischen. Es wird hart durch UV-Licht. Dieses Licht gibt es kostenlos von der Sonne oder gegen Aufpreis aus einer UV-Lampe. Benutzt man die Sonne, dann braucht es je nach Wetterlage wieder mehrere Stunden – das ist ja auch nicht viel besser, als mit dem 2-Komponenten-Harz. Mit der UV-Lampe geht es ruck zuck. Ein paar Sekunden drüber gewedelt und zack ist das Harz fest. Genial! Richtig ausgehärtet dauert ein wenig länger – aber zum Schichten braucht es wirklich nur Sekunden. 

Leider ist das Zeug noch teurer, als das normale Resin sowieso schon ist. Aber ich musste es trotzdem mal probieren. Also habe ich mir eine 200ml-Flasche UV-Harz DecorRom bestellt. Viele andere Bastler benutzen das UV-Harz aus China, aber dafür waren mir die Lieferzeiten zu lang. Ich hätte fast 3 Wochen auf die Lieferung warten müssen. Das DecorRom-Harz war mit Amazon Prime lieferbar – also habe ich das gewählt. Dazu bestellt habe ich eine kleine Taschenlampe mit UV-Licht. Es gibt bessere, stärkere, größere Modelle, aber das kleine Ding tut es für den Anfang auch. Ich wollte es ja auch nur mal ausprobieren heute. Als erstes habe ich im Bauwagen (dort ist meine Bastelecke) die Fenster verdunkelt. Das ist wichtig, da man sonst ja nicht entspannt werkeln kann. Wie der Name sagt: Es härtet durch UV-Licht. Und davon gibt es draußen eine Menge. 

Dann der erste Test. Ich habe mich für eine Mond-Lünette aus meinem Anhänger-Set entschieden. Mein Plan: Schwarzer Hintergrund, Glitzerkram, klarer Huckel drauf. Dafür bräuchte ich mit dem normalen Harz sehr lange (2-3 Tage), da der Hintergrund ja erst einmal aushärten muss, bevor der Glitter drauf kann. Nicht so mit UV-Harz. Damit geht es fixer.

Ich habe schwarzes Pigment-Pulver mit ein wenig von dem Resin gemischt und in die Form gegeben, die ich auf einem Gel-Klebepad fixiert habe. Diese Pads sind total praktisch, da sie verhindern, dass das Resin unten rausläuft und man sie immer wieder benutzen kann. Sollten sie einmal vollstauben, dann bekommt man sie unter warmen Wasser ganz einfach wieder sauber und sie kleben wieder wie neu. Genial. Und von der Größe sind sie für die kleinen Sachen auch perfekt. Dann bin ich für etwa 30 Sekunden mit der UV-Lampe drüber gegangen – habe das Resin also angeleuchtet. Und es war sofort fest. Hammer! Sooo schnell und einfach kann es gehen. Ich bin begeistert!

Wie man auf dem Foto sehr schön sieht: Es dampft beim Aushärten. Und diese Dämpfe sind sicher nicht gesund. Also Nase weg davon! Manche benutzen Anti-Gas-Masken – die sind mir aber zu riesig und zu teuer. Ich habe einfach den Dampf von mir weg gepustet und später gut durchgelüftet. So wahnsinnig viel Dampf ist es bei so einem kleinen Anhänger nun auch wieder nicht. Achja: Und das Harz wird tierisch heiß. Also Vorsicht beim Anfassen. 

Nun war der Plan: Glitter drauf und klares Resin drüber. Leider habe ich dabei vor lauter Aufregung vergessen, dass die Flasche oben eine sehr praktische Tülle drauf hat. Die war bei der Lieferung dabei und damit kann man das Resin super dünn und einfach auftragen. Es sei denn, man vergisst in einem Anfall geistiger Umnachtung, dass man oben nur die Kappe abzunehmen braucht und schraubt die Flasche komplett auf… :doh: Wie doof kann man eigentlich sein? :irre:

Als ich meinen Fehler bemerkt habe, da war es auch schon zu spät… eine Pfütze vom teuren Resin bildete sich auf meiner Unterlage. Ich bin sooo blöd… keine Ahnung, wie mir das passieren konnte. :kilroy:

Dann dachte ich mir: Hey – das ist ja UV-Resin. Das wird ja gar nicht von selber hart. Ich muss einfach aufpassen, dass da kein UV-Licht dran kommt. Erst habe ich versucht das Resin mit einer Pipette auf zu saugen – mit mäßigem Erfolg. Dann habe ich einfach ein Werkzeug aus meinem Wax Carving Set genommen und das Resin damit aufgelöffelt. Hat sehr gut funktioniert. So habe ich dann weiter gearbeitet und beim Härten mit UV-Licht die Pfütze einfach mit einem Dosendeckel zugedeckt. :dup:

Wie sagte meine Oma immer: Doof kann man ruhig sein, man muss sich nur zu helfen wissen. Ich habe dann dann mehrmals eine dünne Schicht Resin aufgetragen, mit UV-Licht gehärtet, Glitter drauf, Resin drauf, UV-Licht… und so ist ein wunderschöner 3D-Effekt entstanden. Leider ist es mir noch immer nicht gelungen, diesen Effekt auch zu fotografieren. Hier einpaar Ansichten vom Mond-Anhänger. Dadurch, dass das Resin ja gleich aushärtet, konnte ich auch die Rückseite sofort gestalten. Für die habe ich dann nur blauen Glitter genommen. Gefällt mir fast noch besser als die bunte Version.

Ich habe gleich noch einen Anhänger mit Island-Moos drin gemacht. Den finde ich aber nicht wirklich gelungen. Ich glaube, ich werde bei dem den Hintergrund auch noch dunkel machen. Irgendwie wirkt der zu unruhig. 

Das Arbeiten mit dem UV-Resin macht richtig Spaß. Ich denke, dass man mit mehr Übung und Ideen ganz tolle Sachen damit machen kann. Mal schauen, was mir dazu noch so einfällt. 

Update 14.08.2019: Hier ein paar Fotos vom fertigen Mond-Anhänger

In diesem Beitrag habe ich folgende Materialien verwendet:
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