Der Blog aus dem Wald

:) Ein WebLog aus einem Wald mit DSL-Anschluss :)

Heute habe ich zum ersten Mal meinen eigenen Tofu selber gemacht. Was für ein Erlebnis :)

Ich wollte das schon so lange ausprobieren. Nun habe ich mich getraut. Natürlich habe ich alles sorgfältig dokumentiert. Mein Plan war 1 Liter Sojamilch + Tofu aus restlichen 2 Litern. Und das braucht man dazu:

  • Sojabohnen – logisch -> Über Nacht in Wasser einweichen lassen
    Ich habe geschälte benutzt, da die besser bekömmlich sind und die Milch und der Tofu daraus milder schmecken. Die hier habe ich gekauft: http://amzn.to/1Khirrx
  • 3 Liter Wasser
  • Nigari / Magnesiumchlorid – 1 TL pro Liter
    Ich habe mir eine Flasche Magnesiumchlorid gekauft. Man kann als Gerinnungsmittel auch Zitronensaft oder Essig nehmen.
  • Nussmilchbeutel oder Passiertuch oder Geschirrtuch zum Abseihen.
    Ich habe für den ersten Schritt (die Sojamilch) den Nussmilchbeutel genommen. Dann für die Tofuherstellung ein Passiertuch. Ich habe mir dafür Einweg-Tücher gekauft, weil ich das Geschmiere mit Baumwolltüchern echt furchtbar finde. Die gekauften sind riesig und ich habe sie einfach mit der Schere klein geschnippelt. Das nächste Mal schneide ich sie noch kleiner. Ich denke, dass dritteln auch reicht. Man bekommt dann aus einem großen Tuch neun kleine. Für die zehn Tücher habe ich 14,49€ bezahlt. Geteilt durch 90 = 0,16€ pro Tuch. Dafür wasche ich keine vollgeschmierten Baumwolltücher aus. Den Nussmilchbeutel kann man einfach unter fließend Wasser ganz leicht auspülen und immer wieder verwenden.
    Nussmilchbeutel: http://amzn.to/1IhoJHA – Passiertücher: http://amzn.to/1QVqvUn
  • Tofu-Presse
    Die kann man ganz leicht selber machen. Erst einmal bringt man das Opfer über sich und futtert zwei Becher Eis von Aldi Nord auf. Dann kommen in den einen Becher Löcher rein. Fertig ist die Tofu-Presse. Natürlich kann man auch jeden anderen Becher nehmen. Man braucht nur zwei Becher, die gut ineinander passen und macht in den unteren Löcher, damit die Flüssigkeit gut ablaufen kann.

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Nachdem die Sojabohnen nun also über Nacht in Wasser eingeweicht wurden, da habe ich sie noch einmal gründlich gespült. Die Bohnen müssen nun mit Wasser geschreddert und gekocht werden. Ich nehme dafür den Thermomix, weil es so schön praktisch ist. Soja schäumt nämlich wie blöd. Also muss man beim Kochen ständig rühren. Und das der Thermomix rühren und kochen gleichzeitig kann, nehme ich den natürlich. Also rein in den Topf – ordentlich auf  volle Pulle klein geschreddert – und dann 20 Minuten bei 100°C kochen lassen. Eigentlich kochen sie dann nur ca. 15 Minuten, da der Thermomix ja erst einmal aufheizt. Passt aber. Anschließend noch mal kleinmixen – fertich.

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Nun wird daraus erst einmal Sojamilch gemacht.Dafür kommt die Pampe in den Nussmilchbeutel. Das restliche Wasser habe ich mit dem Wasserkocher erhitzt und damit die Mischung noch gespült. Da ich faul bin, habe ich mir einfach am Regal eine Schraub reingedreht, an dem ich den Beutel aufhängen kann. So verbrenne ich mir nicht die Finger – total praktisch. Das meiste läuft von selber ab – den Rest quetsche ich dann doch händisch raus. Dann ist es ja auch nicht mehr so heiß.

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Das, was da im Beutel bleibt, das nennt sich Okara und wird auf keinen Fall weg geschmissen. Daraus kann man nämlich lecker vegane Schnitzel, Bratlinge und andere Leckereien zaubern. Bei mir kommt es erst mal in den Kühlschrank, bis mir was passendes einfällt. Allerdings hält es sich da nicht lange. Sollte mir nix einfallen, dann freuen sich die Hühner garantiert über diesen Protein-Schub.

Ein drittel der Menge – also einen Liter – fülle ich in eine Glasflasche. Dazu kommt etwas Agavendicksaft, da ich die Sojamilch ungesüßt nicht so gern mag. Bissel auskühlen lassen und dann ab in den Kühlschrank.

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Aus den restlichen zwei Litern mache ich dann den Tofu. Die Sojamilch ist noch heiß genug. Wenn nicht, dann muss man sie halt noch mal kurz erhitzen. So knapp unter Kochen. Das Magnesiumchlorid habe ich in ein bissel Wasser aufgelöst. Sojamilch rühren und rein damit. Sofort sieht man, wie die Milch gerinnt. Das lasse ich dann mal 10-20 Minuten stehen und trinke erst einmal einen Kaffee mit frischer Sojamilch – mmmmhh – lecker :)

So – weiter geht es. Schüssel – Sieb drauf, damit der Kram nicht in der Flüssigkeit steht – drauf den Becher mit den Löchern – darein das Passiertuch – darein die geronnene Sojamilch. Tuch umschlagen und den zweiten Becher drauf. Zum Beschweren dann noch einen Stein und das ganze ca. 30 Minuten stehen lassen. Ich habe auch händisch schon mal ein bissel gedrückt, damit es schneller geht. Zwischendurch musste ich auch die Molke abgießen, weil es echt viel ist. Naja – 2 Liter rein, das heißt ja auch, dass etwa 2 Liter wieder raus kommen. Manche trinken die Molke. Ich finde sie irgendwie unappetitlich und werde damit meine Hühner glücklich machen. Für Pflanzen soll sie auch gut sein.

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Und da ist er also – mein erster eigener Tofublock! Ein bissel flach, weil der Becher so groß ist. Aber was soll’s. Ich bin ziemlich stolz. Natürlich habe ich sofort probiert. Er ist nicht so fest, wie der gekaufte – aber sehr lecker. Vielleicht lasse ich den das nächste Mal einfach mal länger pressen. Aber eigentlich finde ich ihn so ziemlich gut. Ich glaube, ich werde ihn mit Öl und Gewürzen marinieren und ihn heute Abend braten. Mal schauen :)

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Update: Ich habe den Tofu nun doch gleich eingelegt in eine Mischung aus Kräutern, Öl und Balsamico. Heute Abend werde ich ihn dann braten. Bin schon ganz gespannt :)

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2 Gedanken zu “Tofu und Sojamilch selber machen

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