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Mein behindertes Huhn: Udines erster Ausflug

Heute ist ein schöner Tag. Also habe ich Udine heute mal unter Aufsicht aus dem Käfig gelassen. Ihr steifes Bein macht ihr Probleme – aber sie kämpft tapfer. Schmerzen hat sie nicht mehr. Sagt jedenfalls mein Tierarzt. Sie ist halt nur behindert. Soll ich sie deswegen „erlösen“ – also töten?

Was ist lebenswertes Leben?
Was ist Quälerei?

Wer weiß das schon. Ich weiß es nicht.

Ich traue mich nicht darüber ein Urteil zu fällen. Ich kann nur auf meinen Bauch hören.

Würde sie depressiv und lustlos in der Ecke hocken… ja, dann hätte ich sie wohl schon lange einschläfern lassen. Aber so ist Udine nicht. Sie will kämpfen und zeigt mir immer wieder ihren Lebenswillen. Also gebe ich ihr die Chance mit ihrer Behinderung klar zu kommen. Und ich hoffe, dass ich das Richtige tue.

Lohnt sich das bei einem „Nutztier“?

„Nutztier“ – Was für ein schrecklicher Begriff. Meine Hühner sind für mich keine Nutztiere, denn ich benutze sie nicht. Ich füttere sie, sorge für einen trockenen, sauberen Stall und versuche sie vor allen Gefahren zu schützen, so gut ich eben kann. Sie beschenken mich dafür mit Eier. Das ist eine Freundschaft zwischen uns. Und ich mag meine Hühner. Allerdings halte auch nichts davon, ein Tier, das sich quält, um jeden Preis am Leben zu halten. Aber Udine macht auf mich nicht den Eindruck, als würde sie leiden. Und solange sie mir das Gefühl gibt, dass sie leben will, so lange bekommt sie von mir auch die Chance dazu.

Sobald es wärmer wird werde ich sie öfter rauslassen. Anfangs noch nur unter meiner Aufsicht. Ich habe Angst, die anderen Hühner könnten sie jagen. Oder dass sie sich im Wald irgendwo „verheddert“ und nicht zurück kann. Vielleicht baue ich ihr auch einen etwas größeren eigenen Auslauf. Mal schauen. Wichtig ist nur, dass sie in der Nähe der anderen Hühner bleibt. Für sie und für die anderen. So verliert sie den Kontakt zur Gruppe nicht. Heute habe ich ihren Ausflug gefilmt. Ich bin so stolz auf meine kleine Kämpferin.


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8 Kommentare zu “Mein behindertes Huhn: Udines erster Ausflug”

  1. Bruinenn sagt:

    Liebe Hühnchenmutter,
    hat der Arzt sie denn eingehend untersuchen können? Könnte man da nicht mit Bandage & Co. ihr Bein und den Verheilungsprozess irgendwie unterstützen. Es gibt doch bestimmt die Möglichkeit das es ein bisschen besser verheilt, denke ich.
    Udine macht den Eindruck, als wenn es ihr nur weh tun würde, wenn sie auf den Fuss treten will; sie versucht das ja zu vermeiden. Aber ansonsten scheint sie mir ganz top fit und es wird ihr so oder so mit der Zeit viel besser gehen.
    Auf jedenfall wünsche ich der lieben eine gute Besserung…
    Liebe Grüsse,
    Bruinenn

  2. Akaleia sagt:

    Ich finde auch, dass sie diese Chance verdient hat.
    Wir haben z.B. auch ein ganz junges Kaninchen, dass leider ein Bein amputiert bekommen musste – es ist so fit und fühlt sich wohl, natürlich hätt es in der Natur gar keine Chance -aber das ist ja auch dann der Unterschied.
    HG in die Waldeinsamkeit sendet Dir
    Birgit

  3. Theresa sagt:

    Hallo Heike,

    ihr geht es doch gut. Sollte sie eigentlich „zum Sterben verurteilet“ werden, würden das auch die anderen Hühner zeigen. Sie würden sie zum Tode hacken, wie man das so sagt. Hühner sind da grausam. Aber sie macht einen tollen Eindruck. Wie die anderen schon geschrieben haben, Du wirst es merken und dann könntest Du ihr helfen über die RBB zu gehen.

    LG
    Theresa

  4. silke behrens sagt:

    Hallo Heike. Schwere Entscheidung. Da die Kleine ja bis auf ihren Fuss einen sehr guten Eindruck macht, würde ich ihr noch ne Chance geben.
    Sie hat es natürlich schwer, vor eventuellen Feinden wegzurennen.
    Muss man beobachten. Wenn sie den Fuss wirklich nur veetzt hat, wird es sich ja vielleicht noch bessern.
    Ich hatte allerdings auch mal si einen Fall. Meine Tiffi. Schnief. Da sahen die Beschwerden ähnlich aus. Hatte sie auchbin ein etra Gehege gepackt. War beim Tierarzt. Verband, Spritze. Nacein paar Tagen war plötzlich das ganze Huhn schief und der Flügel hing herunter. Die Ärztin meinte ne Vir :usrrkrankung. Da musste sie erlöst werden.
    Wünsche dir viel Glück mit deiner Undine. Muss ja nicht so ausgehen.
    Gruß, Silke

    • dieimwaldlebt sagt:

      Das ist traurig. Kann ich aber bei Udine ausschließen. Sie hat sich vor ca. 6 Wochen das Bein aus der Hüfte gerissen. Ist wohl irgendwo hängen geblieben und hat sich dann mit Gewalt befreit. Der Tierarzt hat sie geröntgt: die Hüfte ist rechts kaputt. Sie hat dann Schmerzmittel bekommen und viel Ruhe. Inzwischen ist es verheilt und sie sozusagen in der Rehabilitation. Die täglichen Bewegungen sind nun so was wie „Krankengymnastik“ und ich muss halt beobachten, wie es sich entwickelt.

  5. Birgit sagt:

    Hallo Heike,
    kannst auch stolz sein, auf Deine Udine ! :)
    Ich würde auch erst gucken, wie es sich entwickelt, Du siehst ja, wenn es besser wird, sie sich wohlfühlt oder wenn es nicht mehr geht ! :cry:
    Unsere Tiere sind auch keine Nutztiere, ich mag den Begriff auch nicht ! :razz:
    Und wie Gerry schon sagt, Menschen mit steifen Gliedmaßen schläfert man auch nicht ein ! :sad:
    Liebe Grüße,
    Birgit

  6. Birgit sagt:

    Hallo,
    daß schaut doch ganz gut aus. Einfach mal warten und sich an die neue Situation gewöhnen lassen. Ihr scheints doch echt gut zu gehen, oder? Meine Lotta mit dem vekürzten Fuß „geht“ ähnlich. Sie ist aber auch mit den anderen unterwegs im Garten, meine beiden Gockel achten auf sie und ich setze sie jeden Abend zu den anderen nach oben, da sie die Hühnerleiter ja nicht rauf kommt (runter gehts). ….und ich bekomme tolle Eier von ihr. Für sie scheints es kein Handikap zu sein und so wies ausschaut für die Udine auch nicht. …und solange es ihnen gut geht – was will man mehr.
    Alles Gute weiterhin ;D
    Birgit

  7. Gerry sagt:

    Moin,

    bitte kämpfe weiter mit Udine,ist doch schön wie sie so pikkt und scharrt…

    Menschen schläfert man auch auch nicht ein mit steifen Gliedmaßen.

    Ich wünsche Dir und Deinem kanken Huhn alles Gute

    Gruß
    Gerry

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