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Ich bin noch da und bald auch mein neues Buch

cover_ichbinnichtspiessig_heike_langenkampHallo meine Lieben!

Tut mir leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Ich bin wirklich gerührt, dass sich einige Sorgen um mich machen. Es schön zu wissen, dass man vermisst wird.

Warum ich hier so lange nichts geschrieben habe? Weil sich in meinem Leben gerade einiges ändert – und ich davon und darüber in meinem neuen Buch schreibe. Und wenn ich in der „Buchschreibephase“ bin, dann klinke ich mich vom Leben da draußen und hier drinnen etwas aus. Bitte seid mir also deswegen nicht böse.

Mein neues Buch handelt vom älter werden und was es mit mir macht. In diesem Monat bin ich 52 Jahre alt geworden. Das brachte mich ins Grübeln. Im Kopf bin ich noch gar nicht so alt, wie es mein Ausweis mir erzählt. Und doch merke ich, dass ich irgendwie reife und seltsame Veränderungen an mir und meinem Verhalten und Denken entdecke. Darüber geht es in meinem nächsten Buch „Ich bin nicht spießig! Ich werd nur alt“  (ich sag nur „Kunstrasen“ … )

Hier das neue Cover und ein Auszug aus dem Buch – was haltet ihr davon?

Hier :

Die Sache mit dem Altern

Wann genau ist man eigentlich alt? Ich meine: Wir werden schließlich jeden Tag einen Tag älter. Also bin ich heute nur einen Tag älter als gestern. Doch wann ist der Punkt gekommen, an dem ich dann nicht nur älter, sondern alt bin? Es gibt alte Menschen und es gibt junge Menschen. Und es gibt Menschen in den mittleren Jahren. Doch wo ist eigentlich die Grenze? Und woran merke ich, dass ich alt bin?

Es gibt so kleine Momente, da denkt ich: »Huch?«

Zum Beispiel wenn mich ein junger Mensch siezt. Ich meine nicht die Menschen so zwischen 30 und 40 Jahren (die relativ zu meinem Alter gesehen ja auch noch jung sind), sondern die Jugendlichen. Wenn so ein Mensch um die 13 oder 14 Jahre „Sie“ zu mir sagt, dann – ja dann fühle ich mich irgendwie alt. Dann fühle ich mich wie eine ergraute Grundschullehrerin im kleinkarierten Faltenrock. Es fehlt nur noch, dass man mich Fräulein nennt.

Mit dem Siezen und den Duzen habe ich so meine Probleme. Ich neige dazu alle Menschen, die in meinem Alter oder jünger sind, grundsätzlich zu Duzen. Ich weiß nicht, woran das liegt. Wahrscheinlich daran, dass ich einfach immer noch nicht erwachsen werden will. Egal, ob es der DHL-Fahrer oder ein Zeuge Jehovas ist, der da an meinem Tor schellt – ich duze automatisch. Dahinter steckt keine Philosophie oder Überzeugung, ich mache es einfach. Und ich finde es völlig normal. Und wenn so ein Mensch mich dann mit einem „Sie“ anspricht, dann bin ich völlig verwirrt. Und dann fühle ich mich alt. Wahrscheinlich hat das irgendetwas mit Respekt zu tun. Wenn jemand fremdes mich siezt, dann ist das eine respektvolle Geste. Dieser Mensch respektiert mich also als erwachsenen Menschen. Nur bin ich in meinem Kopf immer noch gar nicht erwachsen. Ich habe immer noch Gedanken, die ich schon mit 20 oder 30 Jahren hatte. Manchmal denke ich: Wenn ich mal groß bin, dann…

Wann also weiß man, dass man alt ist? Wenn man das erste graue Haar entdeckt?
Mein erstes graues Haar habe ich schon vor langer Zeit entdeckt. Und nicht nur eines. Früher, als noch keines meiner Haare ergraut war, da habe ich auch anders darüber gedacht. Wenn ich ältere Frauen jammern hörte, weil sie die ersten grauen Haare an sich entdeckt hatten, dann reagierte ich mit Unverständnis. Wieso regen die sich nur so auf? Viele Frauen sehen mit silbernen Haaren unheimlich attraktiv aus. Finde ich jedenfalls. Besonders Frauen mit sehr kurzen Haaren wirken durch weißes oder graues Haar oft sehr sportlich. So habe ich gedacht, bis ich selber eines an meinem Kopf entdeckte.

Mit den grauen Haaren, das ist so wie mit den Erdbeben oder den Überschwemmungen oder dem Wirbelsturm: Das alles passiert auch immer nur bei den anderen. Davon hört man im Fernsehen, davon liest man in der Zeitung oder im Internet – aber einem selber passiert so etwas nie! Das geschieht immer woanders.

Und dann entdeckte ich eines Morgens mein erstes graues Haar und dachte: Ich doch nicht! Mir kann doch so etwas nicht passieren. Und doch ist es geschehen.
Mit dem ersten grauen Haar habe ich ein Stück meines Urvertrauens verloren, mein Vertrauen darin, dass mir die schlimmen Dinge dieser Welt nicht passieren können.


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14 Kommentare zu “Ich bin noch da und bald auch mein neues Buch”

  1. Daniel sagt:

    Was? Seit wann sind Schneefräsen denn bitte spießig? Die Dinger machen eine Menge Spaß – mir zumindest. Habe sogar eine Aufsitz-Schneefräse. Mein Spielzeug im Winter, wenn ich nicht den Reasen mähen kann :mrgreen:

  2. ULLA sagt:

    :!: Hi
    Habe Dich heute in der Zeitung gefunden.Was Du getan hast,finde ich gut.Musste sofort auf deine Seite gehen,um näheres zu erfahren.Ich lasse alles ruhig angehen,aber so still wie Du lebst könnte ich nicht.Bleibe jetzt weiterhin ab und an auf deiner Web-Seite.
    grüße Ulla

  3. Stefanie sagt:

    Hallo, in unsrer Sonntagszeitung fand ich heute einen Artikel über dich und schaue deshalb mal hier rein.
    Liebe Grüße

    Stefanie, 51

    • dieimwaldlebt sagt:

      Huch? Ein Bericht über mich? 8O

      Schön, dass du dadurch her gefunden hast. Aber mich interessiert doch: In welcher Zeitung denn??? Kann man das online lesen??

      Nachtrag: habe ihn nun selber gefunden. Das Interview hatte ich ganz vergessen…
      Hier ist der Artikel zu lesen: Rheinpfalz am Sonntag

  4. Friederike sagt:

    Also ehrlich: Ich hatte mich bei der Geschichte mit dem Kunstrasen ja schon gewundert…. :roll: Aber daß nun gleich ein Buch draus wird… Super! Dann darf ich an dieser Stelle ja auch verraten, wie spießig ICH inzwischen manchmal bin: ICh wünsche mir für den Winter von ganzem Herzen eine: Schneefräse. Hach, das wärs. :?:

  5. magic eye sagt:

    Toller Titel und ein klasse Bild!

    Was du da beschreibst, unterschreibe ich sofort! Am Schlimmsten fand ich, als man anfing, mich im Bioladen zu siezen :irre:

    Ich freu mich aufs Buch! …ach eins noch, bevor du druckst, guck doch mal im letzten Absatz: „…und dachte: Ich doch mich! Mir kann doch…“

    Viele liebe Grüße in den Wald
    magic eye

  6. Sabine sagt:

    Genialer Titel – freu mich schon sehr auf das neue Buch… weiter so, macht einfach super viel Spass bei Dir mitzulesen..zu schmökern und überhaupt…

    Hoffe Deine Schnuffelnase und die Samtpfoten …natürlich auch noch die ganze Federschar ist soweit gesund und munter…

    LG Sabine

  7. Silas sagt:

    Hi,

    super, dass es wieder los geht. Das Cover und der Titel machen mich neugierig. Na ja, ich entdecke an mir auch hin und wieder spießige Züge und denke dann: „Mann, so warst du doch früher nicht…“
    Bin gespannt, wie sich die Erscheinungsformen gleichen. Schreib schnell!!

  8. Birgit sagt:

    Liebe Heike,
    schön, dass Du wieder „da“ bist ! :)
    Das Buch ist bestimmt klasse, bin schon ganz gespannt…! :!:
    Ich fühle mich auch immer noch jung ! ;-) Aber manchmal kommen dann doch schon mal so kleine spießige….! :lol:
    Bis bald,
    Deine Birgit

  9. wishbonerunner sagt:

    Hi Heike, schön von Dir zu hören… das Cover find ich klasse… passt echt… und wie schon immer gesagt: „man ist so alt, wie man sich fühlt“, sprach der Greis und sprang in die Sandkiste!!! ;)
    Gruß Steffi

  10. S(tef)unny sagt:

    Grade gestern beim Mähen mit dem Handrasenmäher dachte ich „Lange nix merh von der aus dem Wald geleesen“ und festgestellt, dass ich viel zu spät merken, wenn jemand nicht mehr regelmäßig blogt …
    …. bin gespannt auf das Buch, das hört sich gut an … seit eingier Zeit putze ich regelmäßig das Treppenhaus (war mir früher wurscht egal) – jedoch nicht Samstags – das wäre zu spießig :!:

  11. Ulf sagt:

    Ich bin schon wieder gespannt wie Flitzebogen auf das Buch.
    Und: auch ich will nicht akzeptieren älter zu werden. Darum ecke ich auch oft mit Gleichaltrigen an weil sie nicht verstehen (wollen) dass ich das tue was ich tue.
    Aber vermutlich sind sie nur neidisch dass sie es sich nicht mehr trauen.

  12. paula sagt:

    Ich kenne das, ich tanze mit den jungen Leuten auf einem Open-Air Konzert und wundere mich über die „Alten“, die da noch so rumrennen. Dabei möchte ich nicht wissen, wer das gleiche über mich gedacht hat…. :roll:
    Das Foto zum Buch sieht cool aus!

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